… Sprüche wie „alle vergasen“ sind an der Tagesordnung …

Meine Firma ist in Dresden ansässig, Berufsschule und die überbetrieblichen Lehrgänge finden jeweils in etwa 1 1/2 Stunden Entfernung statt.

In unserer Berufsschule gehört es zum Alltag das Menschen als „Drecksjuden“ , „Scheißzecken“ bezeichnet werden,  Sprüche wie „alle vergasen“ sind an der Tagesordnung, stets und ständig wird gegen Geflüchtete gewettert, die wären ja an allem Schuld. Das kommt von Seiten der Schülerschaft.

Thor Steinar wird von vielen mit Stolz getragen, schwarz-weiß-rote Newbalance Schuhe und Lonsdale. Noch nie habe ich so viele Glatzen mit Bomberjacke gesehen außer bei Nazidemos. Menschen scheuen sich nicht den Hitlergruß zu zeigen oder „Sieg Heil/Heil Hitler“ zu rufen. Es gibt in der Schule eine Person mit schwarzer Hautfarbe, er steht immer allein, es werden Affengeräusche gemacht, einmal war ich dabei, wie er an der Raucherinsel stand während einer Unterrichtsstunde. Als meine Klassenkammeraden ihn dort sahen kam es zu einem Tumult, mehrere Leute sind zum Fenster gerannt, haben ihn rassistisch beleidigt, wollten den Raum verlassen um ihn zu verpügeln. Unser Fachlehrer ist kaum eingeschritten, hat nur gelacht und sie lediglich davon abgehalten den Raum zu verlassen. Ich glaube es ist nicht zu hoch geschätzt, wenn ich sage, dass 90% der Klasse bei der letzten Bundestagswahl die AfD gewählt haben. 

Als Lehrer sollte man sich ja politisch neutral äußern, bei uns ist es das ganze Gegenteil. Der Direktor probiert sich permanent mit rassistischen Witzen zu profilieren, wettert gegen „die da oben“, oder die Grünen, dass Deutschland ja den Bach runtergehen würde. Andere Fachlehrer verhalten sich ähnlich. Sexismus und Rassismus ist Tagesordnung.

Kritisiert man diese Lehrer deshalb, ist man unten durch, wird schlechter bewertet und da man quasi abhängig von deren Bewertungen ist, halten alle Anderen den Mund. 

Alle jammern immer über den Fachkräftemangel, doch produzieren sie ihn selbst, indem über die Hälfte der Gesellschafft ausgeschlossen wird.  

Als der Sebnitzer Dachdeckermeister Ronny Weiß (https://www.saechsische.de/sachsen/sebnitz-rassistische-dachdecker-anzeige-hat-folgen-CNWP2SUPFJESFEOJWBPSMSTTNA.html) neulich seine rassistische Stellenanzeige veröffentlichte, wurde das nur von unseren Lehrern, wie auch den Schülern gutgeheißen.

In der Überbetrieblichen sieht es ähnlich aus. Eigentlich heißt es in jeder Belehrung vor einem Kurs dort, dass das zeigen extremistischer Inhalte nicht erlaubt sei, es hält sich nur Niemand dran, die Lehrkräfte die nicht rechts sind, haben mittlerweile glaube ich einfach resigniert. 

Der schönste Satz dort war, als Jemand vorbei lief und sagte „Bah hier stinkts, es riecht so nach links, ekelhaft“, sowas kannst du fast nur noch mit Humor nehmen, wenns nicht so traurig wär.

Im PVC Lehrgang haben ein Paar Leute aus den Zuschnittresten einen Hitler geföhnt, samt roter Hakenkreuzbinde, andere haben sich Kippas gebastelt und die ganze Zeit Judenwitze gerissen.  Bei den Schiefer Lehrgängen gibt es immer Leute die versuchen Hakenkreuze zu schiefern und wieder, andere Leute betreten die Räume mit hochgestrecktem rechten Arm und „sieg heil“. AfD Aufkleber, dritter Weg Aufkleber etc etc etc sieht man überall im Wohnheim und in der Nähe der Ausbildungsstätten, anfangs habe ich die noch entfernt, mittlerweile habe ich das aufgegeben. 

So, naja und auf Baustelle, da ist’s natürlich genauso. Bezeichnungen wie „Guck mal, da läuft ne Dachpappe“, wenn ein dunkelhäutiger Mensch vorbeiläuft. Was ich damit sagen will ist, dass die meisten meiner Kollegen offen rassistisch sind. Du brauchst dich gar nicht mit denen über Politik unterhalten, weil es zwecklos ist. Ich bin schon ein paarmal ausgetickt, als wieder was gegen Ausländer kam, wie schlimm die doch alle seien. Ich möchte gar nicht mehr Beispiele nennen, da die Liste schier endlos wär, es kommen ja jeden Tag neue Bezeichnungen hinzu. In der Hinscht kann man schon sagen, dass ich was in der Ausbildung lern.